13.02.2005 3. Tag der Tour
Um etwa, sagen wir, irgendwas vor 4 Uhr wurden wir geweckt, krochen wir aus den Betten (waren gerade halbwegs warm geworden) und in die Klamotten (waren gerade tiefgefroren). Ich entschied mich für beide lange Hosen, zwei T-Shirt, Pullover, Fleece, Jacke. Ich fror dennoch. Das Gepäck ließen wir zurück, wir sollten es später holen. Durch die Dunkelheit donnerten wir über Sand und Steine. Schließlich fielen auch noch die letzten Lampen des Autos aus, aber den Fahrer störte das nicht. Er sah wohl irgendwie die Straße und knapp neben einem großen Geysir kam das Auto zum stehen. Wir waren wohl da. Die Geysire und die brodelnden Löcher hörten wir mehr, als dass wir sie sahen. An Fotos war auch nicht zu denken. Und so fuhren wir etwas traurig weiter zu den Termal Becken. Die Sonne erhellte die Umgebung als wir dort ankamen, nur warm wurde es nicht. Dafür waren zu viele Wolken am Himmel.
Die drei Deutschen entschieden sich gegen ein Bad im warmen Wasser aus Angst vor der Kälte danach. Dann gab es Frühstück mit lauwarmen Tee aus der Thermoskanne. Der Fahrer füllte den Tank nach und schraubte am Auto herum. Ulli fand heraus, das Bremsflüssigkeit ausgetreten war. Das war wohl der Grund für die lange Frühstückspause. Es ging weiter zur Laguna Verde mit kurzen Fotostopp und dann zurück Richtung Hotel. Unterwegs, wie soll es anders sein, fiel der Motor aus. Natürlich da, wo es nur Geröll zu sehen gab und nicht etwa Flamingos. Ein entgegenkommendes Auto verkaufte unserem Fahrer einen neuen Benzinfilter, den er glücklich einbaute ... Ulli meinte falschrum. Nach 2 Minuten fiel der Motor wieder aus. Der Fahrer wollte das Problem mit Nachtanken (schon wieder) beheben. Ulli machte ihn vorsichtig auf den Benzinfilter aufmerksam. Er drehte ihn um und ... das Auto lief wieder. Nach insgesamt einer Stunde konnten wir so unsere rasante Fahrt fortsetzten. An den Geysiren heizten wir trotz unserer Bitte nach einem kurzen Stopp vorbei und erreichten gegen Mittag unser Hotel. Wir packten unsere Rucksäcke, bekamen ein warmes Mittagessen und fuhren gegen 13 Uhr wieder los ... um die eigentlich geplante Etappe anzugehen.
Wir fuhren rasch an bizarren Bergen und Vulkanen vorbei. Hin und wieder fiel der Motor aus. Einmal hielten wir sogar auf Bitte an einem kleinen See. Am berühmten Baumstein hielten wir länger.
Als wir weiter wollten, sprang leider das Auto nicht an ... also Anschieben.
In einem Tal durften wir die bizarren Felsen, die von Wind und Sand geformt waren eingehend bewundern und Fotografieren ... der Fahrer schraubte am Auto herum.
Die Sonne senkte sich und wir erreichten durch tiefe Pfützen fahrend eine kleine Siedlung. Leider hatte diese keine Herberge für uns und wir mussten weitere 40 Minuten durch Dunkelheit auf engen Wegen fahren. In Calcha K, einem kleinen Nest, bekamen wir Betten im Obergeschoss mit Klo über den Hof (unten) und einer wenig vertrauenserweckenden Dusche. Wir entschieden uns, das Waschen auf Uyuni zu verschieben, auf den Tag kommt es jetzt auch nicht mehr an.
Nach einem leckeren Essen (Suppe, Nudeln mit Tomatensoße) diskutierten wir, wann wir losfahren wollen. Eigentlich sah unsere Tour eine Abfahrt um 4 Uhr vor, um den Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni (die Salzwüste) bewundern zu können. Wir waren uns alle einig, dass wir nicht mit dem Auto und dem Fahrer im Dunkeln fahren wollen und beschlossen, erst um 6 Uhr loszufahren. Der Fahrer sah das anders. Er wolle morgens das Auto reinigen und reparieren, damit es in der Wüste nicht ausfällt. Daher sollten wir erst um 8 losfahren.
Wir wickelten wir uns wieder in dicke Decken und schliefen ein.



